Fort- und Weiterbildungen der GPA

Gruppenpsychoanalytische:r Team- und Organisationsentwickler:in

Seit 2015 wird der Diplomlehrgang als Kurzcurriculum für graduierte Gruppenpsychoanalytiker:innen geführt, bitte fragen Sie bei Interesse bei der Lehrgangsleitung nach.

Gruppenpsychoanalyse ist eine moderne Weiterentwicklung der Psychoanalyse für die Arbeit „jenseits der Couch“. Die Grundlagen sind von Sigmund Heinrich Foulkes und von Wilfred Bion erarbeitet worden. In Österreich wurde die Methode maßgeblich von Raoul Schindler und Josef Shaked etabliert. Dabei werden das Verständnis und der Zugang zu unbewussten Prozessen als wesentliche Elemente verstanden, um diagnostisches Wissen für Veränderungsprozesse zu gewinnen und anzuwenden. Die Nutzung dieses Ansatzes ermöglicht erfolgreiche Entwicklungsarbeit in Gruppen, Teams und Organisationen.

Die Weiterbildung fördert die beraterische Kompetenz in den Themenfeldern Führung, Team und Organisation. Die Anwendung ist in der externen Beratung und Supervision möglich, ebenso für Mitarbeiter:innen in leitender, beratender oder HR-Funktion einer Organisation. Weiters wendet sich der Lehrgang an im Bereich der Erwachsenenbildung pädagogisch tätige Personen sowie Vertreter:innen der akademischen Forschung und Lehre.

Das Mindestalter für die Zulassung zur Weiterbildung beträgt 24 Jahre. Vorausgesetzt wird ein facheinschlägiges Studium (zumindest Bakkalaureat) oder zumindest vier Jahre facheinschlägige Berufserfahrung. Bei Interesse zur Teilnahme am Lehrgang ersuchen wir um die Kontaktaufnahme mit der Lehrgangsleitung in der Fachsektion Gruppenpsychoanalyse im ÖAGG. Die Basis der Aufnahme in die Weiterbildung bildet ein Aufnahmegespräch mit einem Mitglied der Lehrgangsleitung der Weiterbildung im ÖAGG.

Die Weiterbildung findet in Wien statt. Wahlweise und nach Verfügbarkeit können Module auch in anderen Bundesländern absolviert werden. Die Weiterbildung besteht aus:

Gruppenselbsterfahrung: 200 AE*

Selbsterfahrung in gruppenpsychoanalytisch geleiteten Gruppen bei von der Lehrgangsleitung autorisierten Gruppenanalytiker:innen bildet die Grundlage eines vertieften methodischen Zugangs und der praktischen Kompetenz in Entwicklungs- und Veränderungsarbeit. Empfohlen wird für die Selbsterfahrung sowohl der Besuch einer fortlaufenden Gruppe (Jahresgruppe) wie von geblockter gruppenpsychoanalytischer Selbsterfahrung.

Theorieseminare: 128 AE

Die Seminare finden als Wochenendseminare jeweils in der Dauer von 16 AE statt.

  1. Einführungsseminar gruppenpsychoanalytische Beratung
  2. Grundlagen der Gruppenpsychoanalyse
  3. Theorie von Gruppe und Team
  4. Psychoanalytische Persönlichkeitstheorie
  5. Psychoanalytische Entwicklungstheorie
  6. Gruppenpsychoanalytische Organisationsentwicklung
  7. Intervention und Technik der Gruppenpsychoanalyse
  8. Gruppenpsychoanalytisches Organisationslabor

Fallarbeit: 140 AE

Supervision: 70 AE

* Eine Ausbildungseinheit (AE) beträgt 45 Minuten. Der ÖAGG behält sich Programmänderungen vor.

Insgesamt beinhaltet das Curriculum 538 AE. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Module erfolgt die Verleihung der Urkunde als „Gruppenpsychoanalytische/r Team- und Organisationsentwickler:in“ im ÖAGG. Der Abschluss der Weiterbildung berechtigt zur Mitgliedschaft als graduiertes Mitglied der Fachsektion Gruppenpsychoanalyse im ÖAGG.

Auf Wunsch kann weiterführend im ÖAGG ein Upgradesemester für Lebens- und Sozialberatung (LSB) belegt werden.

Die Dauer der Weiterbildung beträgt im Regelfall 4 Semester. Aufgrund der individuellen Belegung von Selbsterfahrung, Fallarbeit und Supervision ist auch eine längere Weiterbildungsdauer möglich. Die Kosten für Aufnahme, Theorieseminare, Supervision in Kleingruppen sowie Graduierung betragen für den gesamten Lehrgang € 5.598,- zahlbar in drei Semesterraten á € 1.866,-. Nicht in diesem Betrag enthalten ist die erforderliche Gruppenselbsterfahrung. Diese methodenspezifische Selbsterfahrung kann bei einem/einer Gruppenpsychoanalytiker:in mit Ausbildungsberechtigung absolviert oder auch angerechnet werden, wenn sie bereits erfolgt ist. Weiters ist im ÖAGG ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von derzeit € 190,- obligatorisch. Als Gesamtkosten des Lehrgangs in der Dauer von 4 Semestern sind somit € 8.916,- zu veranschlagen.

Der ÖAGG ist ein zertifizierter Bildungsträger gemäß Ö-Cert, die Weiterbildung kann über staatliche Förderstellen gefördert werden. Die Fachsektion Gruppenpsychoanalyse ist international in den maßgeblichen fachlichen Gremien vertreten. Mitgliedschaften bestehen unter anderem im europäischen Dachverband der gruppenanalytischen Ausbildungsinstitute EGATIN und im internationalen Dachverband IAGP (International Association for Group Psychotherapie and Group Processes), weiters ist die Group Analytic Society International (GASI) ein Kooperationspartner. Gemeinsam mit dem Upgrade LSB im ÖAGG kann eine Eintragung als Lebens- und Sozialberater:in in Österreich erfolgen.

Lehrtrainer:innen des ÖAGG in Zusammenarbeit mit internationalen Gastreferent:nnen (Group Analytic Society International)

Dipl. Psych. Samy Teicher und Mag. Dr. Günter Dietrich, Fachsektion Gruppenpsychoanalyse, Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik, Lenaugasse 3, 1080 Wien

Einzel- und Gruppenpsychotherapie für Kinder und Jugendliche

Psychotherapeut:innen aus unterschiedlichen Richtungen können in dieser methodenübergreifenden Weiterbildung erweiterte Kenntnisse und Kompetenzen für die psychotherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erwerben. Die Teilnehmer:innen lernen, ihr in der Psychotherapie mit Erwachsenen erworbenes Wissen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu modifizieren und zu erweitern.

Die Grundidee liegt darin, einen Schwerpunkt auf die Altersbezogenheit zu legen und Störungen im Rahmen der Altersentwicklung zu verstehen.
Die Besonderheit des Lehrgangs liegt in der Einbeziehung der interpersonalen Komponente der Störungen. Die Auswirkungen auf das Verhalten im sozialen Umfeld werden in die Weiterbildung miteinbezogen. Konsequenterweise wird daher auch die Gruppentherapie für Kinder und Jugendliche in die Weiterbildung integriert, die eine wichtige Methode in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist.

Die Konzeption und laufende Entwicklung des Weiterbildungslehrgangs „Einzel- und Gruppenpsychotherapie für Kinder und Jugendliche gemäß der Zertifizierung Säuglings- Kinder- und Jugendpsychotherapie“ ist seit mehr als 15 Jahren eine Kooperation der Fachsektion Dynamische Gruppenpsychotherapie (ÖAGG/GDDG) und der Fachsektion Gruppenpsychoanalyse/Psychoanalytische Psychotherpapie (ÖAGG/GPA).

Nächster Lehrgang:
Start: geplant Oktober 2026

Info/Anmeldungleitung.kiju@oeagg.at

Weitere Informationen finden Sie hier.

Mag.a Judith Pauderer, ÖAGG/GPA
Psychotherapeutin, Juristin.
Tätigkeitsfeld: die Boje – Ambulatorium für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen sowie in freier Praxis.

Mag.a Karin Zajec, ÖAGG/GDDG
Psychotherapeutin, Lehrtherapeutin Dynamische Gruppenpsychotherapie, Klinische Psychologin.
Tätigkeitsfeld: Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Standort Hinterbrühl (Leitungsteam) sowie in freier Praxis

Forum Gruppenpsychoanalyse

Das Forum Gruppenpsychoanalyse ist ein Raum für inhaltliche Auseinandersetzung und kollegialen Austausch rund um gruppenpsychoanalytische Themen. Es findet 5 bis 8 Mal pro Jahr statt und bietet Gelegenheit zur gemeinsamen Reflexion, Diskussion und Vernetzung.
Zu jedem Termin gibt es einen inhaltlichen Input und anschließend Raum für Austausch. Eingeladen sind alle Mitglieder und Ausbildungsteilnehmer:innen der Fachsektion Gruppenpsychoanalyse.

Wir informieren Sie an dieser Stelle über neue Termine für das Forum Gruppenpsychoanalyse

Leonardo: Zirkel für psychoanalytische Kulturkritik

Psychoanalytischer Großgruppendialog

Leonardo, Zirkel für psychoanalytische Kulturkritik, hat sich die Aufgabe gestellt, den Dialog zwischen Psychoanalytiker:innen, Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und weiteren aufgeschlossen, interessierten Personen zu gesellschaftsrelevanten, kulturkritischen sowie sozialpolitischen Fragen zu fördern.

Nach kurzen Eröffnungsstatements geladener Gäste wird das Publikum eingeladen, sich 60 Minuten frei assoziativ in der Gruppe zum jeweiligen Thema auszutauschen. Abschließend begeben wir uns in eine moderierte Diskussion, um gemeinsam den assoziativen Prozess zu reflektieren und vertiefend in das Thema des Abends einzutauchen.

Die Veranstaltungsreihe findet vierteljährlich im Wiener Sigmund Freud Museum statt. Leonardo ist eine Initiative von Rainer Danziger (†), Florian Fossel, Rainer Gross, Beate Hofstadler, Ulrike Kadi und Sama Maani in Kooperation mit dem Sigmund Freud Museum.

Wir informieren Sie an dieser Stelle über neue Termine.

Jour Fixe

Die Fachsektion Gruppenpsychoanalyse organisiert regelmäßig Themenabende zur Theorie und Praxis der Gruppenpsychoanalyse und psychoanalytischen Psychotherapie. Der Abend wird als work-study-group geführt, der informelle und kollegiale  Austausch aller am Jour Fixe Teilnehmenden steht im Mittelpunkt. Gerne können auch Kandidat:innen anderer Fachspezifika und interessierte Gäste am Jour Fixe teilnehmen.

Wir informieren Sie an dieser Stelle über neue Jour Fixes für 2026. Momentan ist noch kein Termin in Planung.

Symposium vom 20. bis 22.11.2026

REALITY CRASH
Psychodynamische Gruppentherapie für psychoseerfahrene Menschen

Sigmund-Freud-Museum, Berggasse 19, 1090 Wien

Nach wie vor ist die psychoanalytische Arbeit mit psychoseerfahrenen Menschen in Gruppen mit Vorbehalten und Unsicherheiten verbunden.

Das Symposium wagt deshalb den Versuch, sich anhand von Fachvorträgen, Fallseminaren, Social Dreaming Sessions und einer psychoanalytischen Großgruppe diesem Themenbereich zu nähern. Im Mittelpunkt stehen innovative Ansätze, das gemeinsame Verstehen von Gruppentherapie und Psychose sowie das Erleben von Verbundenheit im therapeutischen Kontext. Außerdem ermöglicht das Symposium eine Vernetzung von Akteuer:innen im deutschsprachigen Raum.

Referent:innen sind unter anderem Prof. Dr.med. Dorothea von Haebler aus Berlin und Dr. Helga Felsberger aus Wien.

Symposium vom 05. bis 07.12.2025

Auf verlorenem Posten? Aktuelle Autoritarismen psychoanalytisch verstehen

Die Zunahme von autoritären Tendenzen in vielen bisher liberal verfassten Gesellschaften stellt eine wachsende Gefahr für die Demokratie dar und wirft Fragen bezüglich der psychischen und sozialen Voraussetzungen auf. Die Tagung soll einen Einblick in gruppen- und psychoanalytische Perspektiven geben und mittels Vorträgen, Workshops und Großgruppen vertiefte Diskussion und Vernetzung fördern. 

Referent:innen waren: Farhad Dalal, Esther Hutfless, Jutta Menschik-Bendele, Sama Maani, August Ruhs und Karin Zienert-Eilts.

Hier finden Sie den Folder zum Symposium als PDF-Download.

Symposium vom 01. bis 03.04.2022

Ansteckungsort Gruppe – der Körper spricht mit

Im Kreis der Gruppenpsychoanalyse sind unsere Körper sichtbar lebendig, sprechen miteinander und affizieren sich gegenseitig. Ziel des Symposiums ist es, den Begriff ‚Ansteckung‘, der in Zeiten der Pandemie beängstigend und bedrohlich konnotiert wurde, wieder für unsere analytische, kritisch-emanzipatorische Arbeit mit Gruppen zu lockern und deutungsoffen und produktiv beweglich zu machen. 
Facetten sinnlicher, symbolischer, symptomatischer, individueller und gesellschaftlicher Bedeutungen von Körpern sollen in verschiedenen Formaten thematisiert werden.

Referent:innen waren u. a.: Angela Moré, Mathias Hirsch, Alice Pechriggl, Rainer Danzinger, Regina Klein, Susanne Martin

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Symposium vom 29.11. bis 01.12.2019

Gesellschaftliche Phänomene im Licht gruppenpsychoanalytischer Kulturtheorie

Globale gesellschaftliche Entwicklungen lösen zunehmend Unbehagen aus. Wir alle beobachten mit Sorge den Zulauf zu populistischen, autoritären Systemen, extremistische Massenphänomene, Umweltzerstörung, Verteilungskriege, Flucht und Ausgrenzung, eine ausufernde digitale Kontroll- und Manipulationsindustrie, die neoliberal geprägte Arbeitswelt, die zur Selbstausbeutung drängt und keine Sicherheit mehr bietet, um nur einige Beispiel zu nennen. Wir beobachten gesellschaftliche Spaltungsprozesse, Verdrängung, Verleugnung und paranoid-schizoide Reaktionen. 
Welche Herausforderungen stellen sich für Gruppenanalyse und Psychoanalyse um zu Verständnis und Dialog beizutragen? Welche unbewussten Phantasien und Ängste wirken auf uns und auf unsere Identität und Tätigkeit als Gruppenanalytiker:innen ein?

Referent:innen waren u. a.: Gerhard Wilke, Alice Pechriggl, Hermann Staats, Sama Maani, Jeanne Wolff-Bernstein.

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